Chronologie der Wiedervereinigung

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Am 3. Oktober 2017 feiert Deutschland den 27. Jahrestag der Wiedervereinigung. Über die Stationen auf dem Weg zur deutschen Einheit können Sie in unserer Chronologie nachlesen.

3. August 1961

In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Berliner Mauer. Bewaffnete Soldaten errichten Barrikaden, Stacheldraht wird gespannt. In Berlin geht der Eiserne Vorhang“ nieder.

 

8. August 1989

130 Menschen versuchen aus der DDR über die Ständige Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin zu flüchten. Tausende versuchen über Ungarn, Polen oder die Tschechoslowakische Republik zu entkommen.    

 

4. September 1989

Dieses Datum gilt als der Beginn der „Montagsdemonstrationen“. Über tausend Menschen versammeln sich in Leipzig und demonstrieren für ihre Rechte und Freiheit.

 

11. September 1989

Ungarn öffnet seine Grenzen zu Österreich. In nur drei Tagen fliehen über 15 000 DDR-Bürger.

 

30. September 1989

Außenminister Hans-Dietrich Genscher verkündet in Prag vom Balkon des Lobkowicz Palais den etwa 4.000 in der Botschaft ausharrenden DDR-Flüchtlingen: „Wir sind heute zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise...“. Seine Worte gehen im Jubel der Flüchtlinge unter, die Ausreise in den Westen wird möglich.

 

9. Oktober 1989

Über 70 000 Menschen versammeln sich in Leipzig, um friedlich für ihre Rechte und Freiheiten zu demonstrieren. Eine Woche später werden sie von 120 000 Bürgern aus der ganzen DDR unterstützt.

 

18. Oktober 1989

Erich Honecker legt sein Amt als DDR-Regierungschef nieder.

 

3. November 1989

Die DDR lässt zu, dass die DDR-Bürger direkt über die Tschechoslowakische Republik flüchten können. Nur zwei Tage später gelangen auf diesem Weg über 15 000 Menschen in die BRD. 

 

9. November 1989

Mitteilung aus einer Pressekonferenz des SED-Politbüros: die Grenzen sind mit sofortiger Wirkung geöffnet. Tausende Menschen stürmen über die Grenze in den Westen. 28 Jahre nach ihrer Errichtung fällt die Mauer.

 

13. November 1989

Regierungschef Hans Modrow wird von der Volkskammer mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt. Nach einigen Tagen muss diese zurücktreten. Bei den Montagsdemonstrationen erscheinen allmählich die ersten «Deutschland einig Vaterland» Transparente.

 

28. November 1989

Bundeskanzler Helmut Kohl legt dem Bundestag seinen berühmten 10 Punkte Plan vor.

 

7. Dezember 1989

Tagungen am „Runden Tisch“: Ein Gremium aus Vertretern der alten und neuen Parteien sucht eine Lösung für die sich verschärfende Staatskrise.

 

19. November 1989

Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) zum ersten Mal offiziell in der DDR. In Dresden kommt es zu einem begeisterten Empfang. Die Menge skandiert „Helmut, Helmut!“ oder „Deutschland einig Vaterland!“

 

15. Januar 1990

Um die 2000 Demonstranten stürmen die Zentrale der Staatssicherheit. Zu den Protesten haben sich bis zu 100 000 Menschen versammelt.

 

28. Januar 1990

Vertreter der alten und neuen Parteien der DDR haben sich zusammen mit Bürgerrechtsgruppen auf der Bildung einer Übergangsregierung geeinigt.

 

1. Februar 1990

Regierungschef Hans Modrow unterbreitet seinen ersten Entwurf über die Wiedervereinigung Deutschlands in der Volkskammer, der auf militärischer Neutralität und föderalen Strukturen basiert.

 

18. März 1990

In der DDR finden die ersten freien Wahlen statt. Zum klaren Sieger wird die konservative Koalition, die von der CDU geführt wird. Die Volkskammer bereitet sich auf die Auflösung der DDR vor.

 

12. April 1990

Lothar de Maiziere (CDU) wird zum ersten demokratisch gewählten Ministerpräsidenten und so zugleich zum letzten Regierungschef der DDR vor der Wiedervereinigung.

 

5. Mai 1990

Im Bonner Weltsaal wird die erste Zwei-plus-vier-Konferenz ausgerichtet. Die Vereinigung der beiden Deutschlands muss erst von den vier Siegermächten bewilligt werden. Somit nehmen neben den Vertretern der BDR und DDR auch die Außenminister der USA, UdSSR, Großbritannien, Frankreich teil.

 

1. Juli 1990

Der Staatsvertrag zur Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion wird unterschrieben. Dadurch wurde eine wichtige innenpolitische Bedingung der Wiedervereinigung erfüllt. Die DDR übernimmt die D-Mark. An den innerstaatlichen Grenzen werden Personen-Kontrollen abgeschafft. Helmut Kohl bezeichnete dies als die „Geburtsstunde eines freien und einigen Deutschlands“.  

 

16. Juli 1990

Grundlegender Durchbruch bei Verhandlungen über die deutsche Wiedervereinigung. Helmut Kohl und der sowjetische Generalsekretär Michail Gorbatschow verständigen sich darüber, dass das wiedervereinigte Deutschland Nato-Mitglied bleiben kann. Noch im März kam das für Gorbatschow absolut „nicht in Frage“.

 

23. August 1990

Das Beitrittsdatum zur Bundesrepublik Deutschland steht fest. Es wird der 3. Oktober.

 

31. August 1990

Die Unterzeichnung des deutsch-deutschen Vertrags. Am 20. September wird dieser vom Bundestag und der Volkskammer bewilligt.

 

12. September 1990

Die letzte Runde der 2+4 Verhandlungen in Moskau. Deutschland hat sich verpflichtet, die deutsch-polnische Oder-Neiße Grenze zu respektieren.

 

24. August 1990

Die DDR tritt aus dem Warschauer Pakt aus.

 

1. Oktober 1990

Wiedergewinnung der vollen Souveränität Deutschlands. Die Vorbehaltsrechte der Siegermächte sind nun vollständig aufgehoben.

 

3. Oktober 1990

Deutsche Einheit. Um Punkt 00.00 Uhr wird zu den Klängen des Deutschlandliedes und dem Donnern des Feuerwerks die schwarz-rot-goldene Flagge vor dem Reichstagsgebäude in Berlin gehisst. 45 Jahren nach dem Ende des 2. Weltkrieges und 29 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer leben die Deutschen nun wieder in einem gemeinsamen Staat.

   

...“Ziel bleibt die Einheit der Nation“

„Jetzt kommt es darauf an, daß wir diesen Weg in der Zeit, die vor uns liegt, friedlich, mit Geduld, mit Augenmaß und gemeinsam mit unseren Nachbarn weitergehen. Für dieses Ziel lassen sie uns gemeinsam arbeiten, lassen sie uns einander in solidarischer Gesinnung helfen.

Das "Haus Deutschland" - unser gemeinsames Haus -muß unter einem europäischen Dach gebaut werden. Das muß das Ziel unserer Politik sein“.

 

Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl, "Ziel bleibt die Einheit der Nation", 19.12.1989, Kundgebung vor der Frauenkirche, Dresden 

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