Deutsch-tschechische Beziehungen

Deutsch-tschechische Beziehungen Bild vergrößern (© Deutsch-tschechische Industrie- und Handelskammer) Der Vertrag über gute Nachbarschaft von 1992 bildet die Grundlage der deutsch-tschechischen Beziehungen seit der Samtenen Revolution in der damaligen Tschechoslowakei und seit der Wiedervereinigung Deutschlands. Er setzt den Rahmen für eine breitgefächerte Zusammenarbeit und sieht regelmäßige Treffen auf Regierungsebene vor.
Das zweite grundlegende Dokument ist die Deutsch-Tschechische Erklärung, die am 21. Januar 1997 unterzeichnet wurde. Durch sie wurden das Deutsch-Tschechische Gesprächsforum und der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds ins Leben gerufen.

Am 3. Juli 2015 unterzeichneten Außenminister Frank-Walter Steinmeier und sein tschechischer Amtskollege Lubomír Zaorálek die „Gemeinsame Erklärung zum Strategischen Dialog zwischen dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland und dem Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Tschechischen Republik als einem neuen Rahmen für die deutsch-tschechischen Beziehungen“.

Text des Vertrags über gute Nachbarschaft

Text der Deutsch-Tschechischen Erklärung

Gemeinsame Erklärung [pdf, 100.01k]

Deutsch-tschechische Polizeizusammenarbeit intensiviert sich.

Ratifizierung des deutsch-tschechischen Polizeiabkommens Bild vergrößern (© Auswärtiges Amt) Am 23. August 2016  wurde die Ratifikationsurkunde zum „Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik über die polizeiliche Zusammenarbeit und zur Änderung des Vertrages vom 2. Februar 2000 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik über die Ergänzung des Europäischen Übereinkommens über die Rechtshilfe in Strafsachen vom 20. April 1959 und die Erleichterung seiner Anwendung“ in Berlin ausgetauscht. Der CZE Botschafter Herr Tomas Podivinsky und Frau Dr. Flor, OR-D unterzeichneten im Anschluss das diesbezügliche Protokoll

Durch den Vertrag werden die Kompetenzen der Polizei aus dem jeweiligen Nachbarlandstark erweitert. So erhält die Polizei zum Beispiel  die Erlaubnis, in einem Streifen von zehn Kilometern hinter der Grenze auch auf dem Gebiet des anderen Staates Menschen eigenständig festzunehmen.

Kooperationsprogramm Sachsen-Tschechien 2014-2020

Bild vergrößern Das neue Kooperationsprogramm zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik (SN-CZ 2014-2020) möchte an das erfolgreiche Vorgängerprogramm „Ziel3-Cíl3“ anknüpfen. Das Kooperationsprogramm wurde im September 2014 bei der Europäischen Kommission zur Prüfung und Bestätigung eingereicht, die formelle Bestätigung wird im Frühjahr 2015 erwartet. Nachfolgend wird das Programm für Antragsteller aus beiden Ländern offen sein. Alle Projekte müssen thematischen Programmzielen entsprechen. Die tschechische Ministerin für regionale Entwicklung, Karla Šlechtová, ergänzt: „Schwerpunkte dabei sind Bildung, Kultur, Tourismus, Verkehr, Umweltschutz, Hochwasser- und Katastrophenschutz sowie Sicherheit.“ Auf der Internetseite www.sn-cz2020.eu stehen für potenzielle Projektträger Informationen zum Fördergebiet, dem Programm, zu Förderinhalten und Prinzipien der Antragstellung bereit. Die Webseite wird aktuelle Informationen und Berichte zum „Kooperationsprogramm SN-CZ 2014-2020“ veröffentlichen und über Termine informieren.

Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds

Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds ist eine zwischenstaatliche Institution mit dem Auftrag, die Verständigung zwischen Tschechen und Deutschen zu fördern, die Zahl der beidseitigen Begegnungen zu erhöhen und die Form der Zusammenarbeit durch Unterstützung gemeinsamer Projekte zu erweitern. Der Zukunftsfonds entstand als konkretes Ergebnis der deutsch-tschechischen Erklärung von 1997. Nach der Unterzeichnung seiner Satzung durch die deutsche sowie die tschechische Regierung wurde er am 29.12.1997 nach tschechischem Recht als Stiftungsfonds mit Sitz in Prag ins Leben gerufen. 

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Deutsch-Tschechisches Gesprächsforum

Das Deutsch-Tschechische Gesprächsforum wurde 1997 gegründet und ist eines der vorrangigen Projekte des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds. Es hat die Aufgabe, auf Ebene des Dialoges neue Akzente in den deutsch-tschechischen Beziehungen zu setzen. Der Schwerpunkt der Arbeit besteht in der Durchführung einer jährlichen Konferenz, bei der unter Einbeziehung der deutschen und tschechischen Öffentlichkeit Gäste aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur Themen von deutsch-tschechischer Relevanz diskutieren.

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Deutsch-Tschechisches Jugendforum

Das Deutsch-Tschechische Jugendforum ist eine Zusammenkunft von 40 jungen Leuten aus Deutschland und Tschechien, die sich aktiv für die Verbesserung und Vertiefung der deutsch-tschechischen Beziehungen und Zusammenarbeit einsetzen. In fünf verschiedenen Arbeitsgruppen entwickeln und betreuen sie über einen Zeitraum von zwei Jahren die unterschiedlichsten Projekte. Die Themen der letzten Amtsperiode (2007 – 2009) waren Europa, Kultur, Migration, Zivilgesellschaft und Info.

Mehr dazu lesen Sie unter: www.dtjf.de  

Bohemicum / Deutsch-Tschechische Studien (BA)

Die wissenschaftliche Einrichtung Bohemicum Regensburg-Passau an der Universität Regensburg bietet neben einer studienbegleitenden Ausbildung, in der innerhalb von zehn Monaten Kompetenzen für Tschechien erlangt werden, auch den binationalen Bachelorstudiengang „Deutsch-Tschechische Studien / Česko-německá studia“ an.

Collegium Bohemicum

Als Kultur- und Bildungseinrichtung hat es sich das Collegium Bohemicum zur Aufgabe gemacht, die deutsch-tschechischen Beziehungen und besonders deren Geschichte zu thematisieren. Durch Veranstaltungen wie zum Beispiel interaktive Programme oder Bildungsprojekte, durch zahlreiche Publikationen, Ausstellungen und Konferenzen sollen unter anderem die Geschichte des Zusammenlebens von Tschechen und Deutschen in böhmischen Ländern einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Mit einer auf wissenschaftlicher Forschung und Zusammenarbeit basierender Verbindung zu zahlreichen Institutionen der Stadt Ústí nad Labem wie dem Stadtmuseum, dem Stadtarchiv, dem Institut für slawisch-germanische Studien sowie der Gesellschaft für die Geschichte der Deutschen in Böhmen, führt die gemeinnützige Gesellschaft ihre Forschungen zum Thema deutsch- tschechische Beziehungen dort fort.

www.CollegiumBohemicum.cz

Deutsch-tschechische Schulbuchkommission

Ziel der Kommissionsarbeit ist es, durch regelmäßige wissenschaftlich-didaktische Analyse der beiderseitigen Geschichtslehrwerke auf eine Verbesserung und Harmonisierung der Schulbuchinhalte und damit auf eine bessere Verständigung zwischen Deutschen und Tschechen hinzuwirken. Im Oktober 2007 fand in Pardubice die X. deutsche-tschechische Schulbuchkonferenz zum Thema "Epochenjahre 1968/1989: Politische und soziale Bewegungen, Ziele, Resultate im deutsch-tschechoslowakisch-europäischen Kontakt und Vergleich" statt. Im Jahr 2009 wird die XI. deutsch-tschechische Schulbuchkonferenz stattfinden. Sie widmet sich dem Thema: “Geschichtsunterricht, Geschichtsbewusstsein und Geschichtskultur in der Tschechischen Republik und in der Bundesrepublik Deutschland”.

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Pontes

Das "Institut Pontes" ist eine Nichtregierungsorganisation (NGO), die sich die Brückenbildung als Ziel gesetzt hat. Es sollen Brücken zwischen NGOs und Unternehmen, zwischen Kulturen und Gesellschaften entstehen, welche zu neuen und spannenden Themen, wie auch zu neuen alternativen Methoden und Ansätzen bei der Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Menschen beitragen sollen. Dieses Ziel soll unter anderem mit Hilfe von Bildungs- und Konsultationsaktivitäten erreicht werden, darunter Kurse zum gegenseitigen Erlernen der Sprache des Nachbarn an Kindergärten und Grundschulen. Seminare zu "Kultur, Identität, Kommunikation" sollen ferner auf gruppendynamische Prozesse in internationalen Gruppen aufmerksam machen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.i-pontes.org

Deutsch-Tschechische und -Slowakische Gesellschaft

Die Deutsch-Tschechische und -Slowakische Gesellschaft e.V. (DTSG) ist ein unabhängiger gemeinnütziger Verein. Sie steht für die Vertiefung und Ausweitung der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland, der Tschechischen Republik und der Slowakischen Republik in den Bereichen Kultur, Wirtschaft, Politik und Soziales. Die DTSG wurde vor nunmehr über 20 Jahren als Deutsch-Tschechoslowakische Gesellschaft mit Sitz in Köln gegründet.

Website der DTSG

Bürgerinitiative "Kleine Denkmäler Nordböhmens"

Die kleinen Denkmäler, Kapellen, Kreuze, Statuen, "Marterln", Heiligenbilder usw. sind charakteristische Wahrzeichen der nordböhmischen Landschaft und stellen außerdem wertvolle Denkmäler der Volkskunst dar. Leider sind viele dieser Denkmäler besonders in den vor 1945 überwiegend von Deutschsprachigen besiedelten Grenzgebieten bereits zerstört oder stark beschädigt, da sich in den vergangenen fast 60 Jahren niemand mehr um ihre Erhaltung kümmerte und ihre Zerstörung vom früheren Regime toleriert und ignoriert wurde. Deshalb hat sich eine Gruppe von engagierten Personen zusammenschlossen und hat im Dezember 2002 die Bürgervereinigung "Kleine Denkmäler Nordböhmens" (tschechisch: Občanské sdružení Drobné památky severních Čech) gegründet.


     Diese Bürgerinitiative hat sich nicht nur die Dokumentation dieser Denkmäler, sondern vor allem auch ihre Renovierung und Instandhaltung zum Ziel gesetzt. Ergebnis der Tätigkeit der Bürgervereinigung sind zur Zeit bereits mehr als 150 restaurierte kleine Denkmäler in den Bezirken Liberec (Reichenberg), Ústí nad Labem (Aussig) und im Bezirk Mittelböhmen.


Mehr Informationen finden Sie auf der Homepage unter www.pamatky.ceskalipa.org

Deutsch-tschechische Beziehungen

Gauck receives Milos Zeman

20 Jahre Nachbarschafts-und Freundschaftsvertrag

Die Unterzeichnung des deutsch-tschechoslowakischen Nachbarschafts-und Freundschaftsvertrags vor 20 Jahren war in den Worten von Bundesaußenminister Westerwelle eine "europäische Sternstunde". Der Vertrag über gute Nachbarschaft bildet neben der Deutsch-Tschechischen Erklärung von 1997 bis heute die Grundlage der deutsch-tschechischen Beziehungen. Wir haben eine ganze Seite zu diesem Thema vorbereitet.

Eingehende Besuche der letzten Jahre

Auf höchster Ebene zeichnen sich die deutsch-tschechischen Beziehungen durch eine Vielzahl regelmäßiger Besuche aus.

Übersicht der wichtigsten eingehenden Besuche seit 1996

Deutsch-Tschechische Historikerkommission

Die Deutsch-Tschechoslowakische Historikerkommission wurde 1990 von den damaligen Aussenministern der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik, Hans-Dietrich Genscher und Jiří Dienstbier gegründet. Seit der Trennung der beiden Staaten 1993 gibt es eine Deutsch-Tschechische und eine Deutsch-Slowakische Historikerkommission, die auf deutscher Seite personalidentisch sind.

Aufgabe der Kommission ist die wissenschaftliche Befassung mit der jüngeren gemeinsame Geschichte. Die Ergebnisse der Arbeit sind der Öffentlichkeit in Form von Publikationen zugänglich. Für junge Historikerinnen und Historiker vergibt die Kommission Forschungsstipendien.

Mitglieder der Deutsch-Tschechischen Historikerkommission

"Antikomplex"

Seit 1998 entdeckt, erforscht und reflektiert die tschechische Nichtregierungsorganisation "Antikomplex" mit verschiedenen Projekten die deutsche Vergangenheit der böhmischen Länder. Dazu gehören unter anderem die in Deutschland, Tschechien und Polen gezeigte Wanderausstellung "Das verschwundene Sudentenland" sowie die Erstellung einer Typologie der landschaftlichen Veränderungen im deutsch-tschechischen Grenzgebiet nach der Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung nach 1945.

Offizielle Webseite von "Antikomplex"